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Skrandis: Installation von Hannah Steinbrecher bis Anfang September im CUBIC

Unterschiedliche Stoffe sind als eine Art Patchwork zusammengenäht, bilden organische Formen und sind mit teilweise langen Stoffschläuchen miteinander verbunden. Verschiedene Objekte hängen von der Decke und sind auf dem Boden verteilt. Etwas könnte durch sie hindurchfließen, das Auge verfolgt den Verlauf der Kanäle und tastet die Formen und stofflichen Oberflächen ab.

Der Titel Skrandis ist das litauische Wort für Magen. Die Installation von Hannah Steinbrecher nimmt das menschliche Verdauungssystem als Zusammenhang von Formen und Strukturen auf, bildet ein komplexes Gefüge von einzelnen Elementen sowie deren Verbindungen untereinander.

Die Arbeit der Studierenden der Bildenden Kunst am Caspar-David-Friedrich-Institut entstand während eines Erasmusaufenthalts an der Vilnius Academy of Arts in Vilnius, wo die junge Künstlerin sich mit Textil als künstlerischem Material auseinandersetzte. Neben klassischen textilen Materialien kommen auch Kunststoff und Metall zum Einsatz. Diese Materialkombination verweist darauf, dass zunehmend auch künstliche und industriell hergestellte Stoffe Teil unseres Inneren werden. Die unterschiedlichen Dichten und Oberflächen der verwendeten Materialien spiegeln zugleich die Komplexität des Verdauungssystems sowie der daran beteiligten Zellen und Gewebe wider. 

Der Kunstkubus wird mit der Installation zu einer Art Körper, in dem Einflüsse aufgenommen und verarbeitet werden. Die Installation könnte so auch als eine Metapher für die künstlerische Arbeit an sich sowie Kunstausstellungen verstanden werden – äußere Dinge wie Wahrnehmungen und Themen werden aufgenommen, durchwandern einen Prozess von Empfindungen und Reflexionen, werden innerlich bearbeitet und dabei verarbeitet – es entsteht eine Form von Energie, die wiederum Anderes anstößt oder in Bewegung versetzt.

Text: Hannah Steinbrecher, Marcus Schramm
Fotos: Julia Piehl

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