Anfang Mai wurde die Präsentation der Osnabrücker Künstlerin Merle Lembeck im CUBIC eröffnet. „Held in softness“ ist der Titel ihrer Rauminstallation, welche sich mit unterschiedlich großen Objekten quer durch den Raum des Kunstkubus zieht. Sie wird bis einschließlich 21. Juni 2026 zu sehen sein.
Wie Körper oder Körperhüllen wirken Lembecks Anfertigungen, die aus Nylon bestehen. Einem Spinnentier gleich scheint ein dunkles Wesen in einem mit dünnen Fäden aufgespannten Netz zu schweben. Es könnte aber genau so gut die Eizelle eines Meeresbewohners sein, die überdimensioniert in einem Aquarium treibt. Die transparente Oberfläche des unbekannten Artefakts lässt Betrachtende hindurchsehen und enthüllt gleichzeitig das Nichts im Innern. Die flacheren Objekte erinnern wiederum an Häute, die nach vollbrachtem Erneuerungsprozess zurück gelassen und durch die Künstlerin präpariert und gehängt wurden. Durch dieses erzählerische Moment verweist die Installation auf Prozesse und Zustände, die sich vollzogen haben müssen und die ein Davor und ein Danach implizieren.
Merle Lembeck ist eine freischaffende Künstlerin aus Osnabrück, deren künstlerische Praxis sich im Spannungsfeld von Malerei, Raumkomposition und Objekt verortet. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Fläche und Körper, zwischen Zweidimensionalität und räumlicher Präsenz und untersuchen dabei die Wechselwirkungen von Material, Raum und Wahrnehmung.
Im Zentrum ihres Werks steht eine intensive Auseinandersetzung mit Raum und Körper – der Raum erzeugt den Körper, der Körper dehnt sich in ihm aus. Ihre Werke laden dazu ein, Raum nicht nur visuell, sondern auch atmosphärisch und körperlich zu erfahren.
Der Kunstverein art-cube e.V. sucht den Austausch zur Partnerstadt Osnabrück und lädt einmal jährlich eine/n Künstler:in nach Greifswald ein, um die künstlerische Position vorzustellen.
Ausstellungsdauer: 2. Mai – 21. Juni 2026
Foto: Merle Lembeck
Text: Astrid Brünner, Marcus Schramm, Merle Lembeck
